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Hybrides Symposium mit dem German Institute for Defence and Strategic Studies am 25.11.2021 (#GIDSdebate in Tour)

[16|12|2021]

Green Army vs. Risimomanager:

Strategische Überlegenheit durch Nachhaltigkeit?

 

Mit dieser spannenden Fragestellung fand im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Studiengangs MBA Management & Business Strategy ein Symposium mit dem German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) statt. Eingeladen wurde via Zoom und in kleiner Gruppe in das Audimax der Fakultät für Betriebswirtschaft am Campus Pasing. Die Begrüßungsworte sprach unser Dekan Prof. Dr. Markus Wessler im digitalen Raum aus. Vor Ort begrüßten Prof. Dr. Ingrid Huber-Jahn und Prof. Dr. Claudia Eckstaller, Studiengangsleiterinnen des MBA gesamt, Prof. Stefan Busch, zuständig für den MBA nur für Offiziere, und Julia Lenz unseren Experten Prof. Dr. Stefan Bayer, stv. Direktor des GIDS, und die Teilnehmenden. Das GIDS ist der Think Tank der Bundeswehr, eine Gemeinschaftsinstitution von Führungsakademie der Bundeswehr und Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg.

 

Logo GIDS

 

Als Leiter des Forschungsbereichs geopolitische und strategische Herausforderungen beim Einsatz von Streitkräften des GIDS, forscht er selbst intensiv an den Fragestellungen Klimaschutzökonomie, Strategisches Denken und Handeln sowie Militärökonomie. Schon in seinen ersten Worten zeigte uns Prof. Dr. Bayer seine Expertise mit klugen und klaren Ansätzen für Klimagerechtigkeit sowie augenöffnende Ideen für die Bundeswehr und die geopolitischen Entwicklungen unserer Welt. Sein mit Zahlen und Fakten gezeichnetes Bild der Nachhaltigkeitsbestrebungen unserer Welt zeigte seinen begründeten Realismus: Politisch sind wir am Klimaschutz gescheitert.

 

Das 1,5°C Ziel sei nicht mehr zu halten und somit müsse sich die Welt nicht nur Gedanken machen, wie das Klima noch zu schützen sei, sondern vor allem auch wie wir uns an den Klimawandel anpassen und diesen vermindern können. Dabei ließe sich Nachhaltigkeit auch nicht eindimensional betrachten. Soziale, ökonomische und ökologische Perspektiven müssten eingenommen werden, um tatsächlich realisierbare nachhaltige Entscheidungen zu treffen und in sinnvolle Maßnahmen umzusetzen. Eine seiner Grundfragen lautete: Wer ist eigentlich für den Klimawandel verantwortlich und wer zahlt dafür? Das Prinzip der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung, ist für Prof. Bayer im Kern ein guter Ansatz. Doch müsse auch beachtet werden, dass sich Nationen weiterentwickeln und somit auch für politisch gesteckte Ziele modifiziert berücksichtigt werden müssen. So habe sich z.B. China mittlerweile zu einem Hauptemittenten entwickelt und trage in seiner politischen Haltung sowie in seinen direkten Handlungen eine zentrale Rolle für die Entwicklung unserer Welt. Für unsere Zukunft wird es essenziell sein, wie sich die einzelnen Staaten verhalten: Hin zu Renationalisierungen oder weltoffen und gemeinsam die großen Themen unserer Zeit angehend?

 

Doch welche Rolle kann die Bundeswehr in diesen Entwicklungen einnehmen? Prof. Bayer stellte in seinem Vortrag das Konzept einer sogenannten Green Army vor. Dabei scheinen Klimaneutralität und Streitkräfte auf den ersten Blick unvereinbar. Prof. Bayer drückt es einfach aus: Wenn sich Streitkräfte nicht mit dem Klima auseinandersetzen, bekommen sie schlichtweg Probleme, die ihre Einsatzbereitschaft gefährden. Er plädiert daher für eine Strategie, die Streitkräfte als grüne Innovationstreiber positioniert, gesamtwirtschaftliche Synergieeffekte erzielt und zum Klimaschutz beiträgt. Nach wie vor sieht er dabei als eine wesentliche Voraussetzung den Dreiklang aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Überlegungen, der eine sinnvolle Realisierung erst ermöglicht.

 

Herr Prof. Dr. Bayer begrüßte jede der anschließenden Fragen von Teilnehmern sowohl aus dem digitalen Raum als auch aus dem Audimax und führte rege Diskussionen mit dem Publikum. Anschließend an den Vortrag stellten die Studierenden des MBA den aktuellen Forschungsstand ihres Projekts zum Thema Nachhaltigkeit vor und erweiterten somit den Fokus auf verschiedene Branchen. Hier wurde deutlich: Man hat durchaus gemeinsame Anknüpfungspunkte, vor allem was die mögliche Finanzierung klimaschützender Maßnahmen betrifft.

 

All in all: Ein rundum spannendes Event, das von der geopolitischen Ausrichtung an unseren planetaren Grenzen, der Rolle der Bundeswehr, bis hin zur persönlichen Verantwortung zum Nachdenken angeregt hat.

Eines ist definitiv klargeworden: Das GIDS funktioniert als Think Tank für zukunftsweisende, durchforschte Ansätze und bringt dabei innovative Ideen am laufenden Band hervor. Also wer weiß: vielleicht agiert die Bundeswehr ja tatsächlich in Zukunft als der nachhaltige Treiber zur Rettung unseres Planeten?